forum experimentelle architektur

WEDERNACKTNOCHFEST I

WEDERNACKTNOCHFEST I
am 4. Oktober 2008
um 17.00 Uhr
unter dem fea-Fenster
im Staatsratshof des Museumsquartiers / bei Schlechtwetter in der Electric Avenue des MQ

Diese Symposiumsfinissage gilt der Installation „HOMMAGE A KOMBINESCH“ von David Staretz, die gegenwärtig im fea-fenster zu sehen ist. Am 4. Oktober treten die Kombineschen zum letzten Mal ihren Fensterflug an. Wer das Schauspiel nicht verpassen möchte, der komme!
Bevor wir jedoch ab 18.00 Uhr das Kombineschen-Kunstwerk mit interdisziplinären Vorträgen würdigen (Programm siehe unten),
sind um 17.00 Übersetzerinnen und Übersetzer des Übersetzerkollektivs „SO – ÜBERSETZEN bei fea zu Gast und lesen frisch übertragende Texte südslawischer Literaturschaffender.
Die Schauplätze reichen dabei von Slowenien bis nach Mazedonien:
Der slowenische Autor LADO KRALJ erzählt von einer Schauspielerin, die die Rolle einer Ikone der kommunistischen Frauenbewegung spielen möchte, man(n) aber nur daran interessiert ist, sie als Mitglied für die Partei zu krallen. (Übersetzer: PETER SCHERBER)
Wie ein bosnischer Junge den Kommunismus in seiner Heimat erlebt, erzählt JASMIN IMAMOVIĆ in seinem autobiographisch gefärbten Roman. (Übersetzerin: JASMINA URUKALO)
Aus der Sicht der Tuschefeder eines kommunistischen Malers beschreibt IVAN DODOVSKI die wechselvollen politischen Ereignisse in Mazedonien. (Übersetzer: WILL FIRTH)
Um Serbien während des Zweiten Weltkrieges geht es bei GORAN PETROVIĆ. Geschildert wird der Werdegang eines jungen Mannes. Während des Zweiten Weltkriegs und der Okkupation Serbiens wird er, nicht zuletzt wegen seiner Fähigkeit zum „absoluten Lesen“, zu einem der wichtigsten Spitzel der Kommunisten. (Übersetzerin: SUSANNE BÖHM-MILOSAVLJEVIĆ)
Und schließlich wird die Fiktion von der Gegenwart eingeholt: in MIRJANA ÐURDEVIĆS Agentenkomödie sind amerikanische, russische und serbische Geheimdienste einem Kriegsverbrecher auf der Spur, der als Psychiater mitten in Belgrad lebt und praktiziert.
In dem Text von SAVA DAMJANOV „Tito, das war ich!“ geht es skurril und ganz abgefahren um den Mythos Tito, ausnahmsweise kommt Rot nicht vor, kein Blau, auch weder Socken noch Blut… (Übersetzer: MATTHIAS JACOB). Die junge Autorin OLJA SAVIČEVIĆ aus Kroatien hat die Geschichte „Die Sklavin“ geschrieben: eine junge Frau geht in den Supermarkt und nimmt sich einen jungen Mann als Sklaven mit nach Hause. Eine Geschichte, die fast absurd erscheinen könnte, käme einem da nicht einiges irgendwie vertraut vor… (übersetzt von BLAŽENA RADAŠ, gelesen von DAGMAR SCHRUF)

PROGRAMM
ab 17.00 Uhr: Blaues Blut und Rote Socken – SO-ÜBERSETZEN zu Gast bei f.e.a
Übersetzerinnen und Übersetzer südslawischer Literatur lesen ausgewählte Texte – mit:
Ann Catrin Apstein-Müller, Susanne Böhm-Milosavljević, Brigitte Döbert, Will Firth, Matthias Jacob, Andrea Meyer-Fraatz, Monika Milosavljević, Klaus Detlef Olof, Tatjana Petzer, Peter Scherber, Dagmar Schruf, Blanka Stipetić, Jasmina Urukalo, Katharina Wolf-Grieshaber.

ab 18.00 Uhr: Wedernacktnoch-Vorträge
Kulturgeschichte der Halbnacktheit – Manfred Scheuch, Publizist
Kurzer Vortrag über die Jalousie – Frantisek Lesak, Künstler
Meine Kombineschen und andere Stücke – Maria Susanna Gombik, Modesammlerin
Über das Prager und Olmützer Glockenspiel – Abbé Libanský, Künstler
Nackte Zahlen – Jiri Panyr, Ingenieur
Über Nuancen bei Roland Barthes – Bernhard Kellner, Philosoph
Unterwäscheparasiten – Christoph Hörweg, Parasitologe
Parasitäre Architektur – Jan Tabor, Architekturparasitologe

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